Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen liegt die größte Herausforderung darin, die unterschiedlichen Blickwinkel von IT-Fachleuten und operativem Management miteinander zu vereinbaren. Eine gute Modellierungs-Software muss Ergebnisse liefern, die beide Seiten verstehen – und mit denen sie auch arbeiten können.
Wer über (Business) Process Modeling spricht, lernt schnell, dass Business und IT den Begriff „(Geschäfts-)Prozess“ von ganz unterschiedlichen Betrachtungswinkeln sehen. Hier liegt ein Grundproblem, das sich später oft störend auf die praktische Umsetzung von Business Process Modeling-Projekten, zum Beispiel die prozessorientierte Einführung einer Workflow-Lösung oder eines BPMS (Business Process Management System), auswirkt. Die Managementebene sieht im Geschäftsprozess meist eine Abfolge von organisatorischen Schritten, die zu einem gewünschten Ergebnis führen soll. Welche IT-Anwendungen dabei zum Einsatz kommen, insbesondere aber wie diese miteinander in Verbindung stehen und funktionieren, ist für den Aufgabenbereich des kaufmännisch denkenden Managers wenig entscheidend. Ganz anders der IT-Spezialist, der letztendlich dafür sorgen soll, dass die Geschäftsprozesse mit einer wirksamen und leistungsfähigen Software unterstützt werden. (...)
Die Aufgabe einer Modellierungs-Software besteht in erster Linie darin, eine Brücke zwischen diesen unterschiedlichen Anforderungen und Denkweisen zu schlagen. (...)
Eine perfekte Lösung, die all diesen Anforderungen gerecht wird, gibt es leider immer noch nicht. Doch mit BPMN sind die ersten Schritte in die richtige Richtung gemacht. MEGA und andere führende Anbieter von BPM-Lösungen arbeiten auf dieser Grundlage an einem gemeinsamen Standard, der alle oben aufgezählten Anforderungen erfüllen soll.
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IT Management Ausgabe 01-02/2009 - 26. Januar 2009